2018 wird Boom-Jahr
Touristik erwartet viele Buchungen

Ja, 2018 wird – sofern man sich jetzt einfach mal den Optimismus leistet und davon ausgeht, dass weder Natur-Katastrophen, Terror oder politisches Fremdeln einen negativen Impact haben – ein gutes Jahr für die Touristische Industrie.

So waren die Deutschen, ohnehin als extrem reiselustig bekannt, vergangenes Jahr geschlagene 1,68 Milliarden Tage privat auf Reisen und Ausflügen unterwegs; 11 Millionen Tage mehr, als 2016. Und es ist davon auszugehen, dass dieser Trend sich fortsetzt.

Von daher ist die Grundstimmung gut auf der gerade beginnenden ITB in Berlin, der größten Touristikmesse der Welt.

Auch Deutschland als Ziel geht es blendend, mit 460 Millionen Übernachtungen, die auch zunehmend durch ausländische Gäste generiert werden; nicht zuletzt dank der erfolgreichen Bemühungen durch die DZT.

Da passt es auch ganz gut, dass dieses Mal ein deutsches Bundesland Partner der ITB ist: Mecklenburg Vorpommern. Die Beweggründe hat der oberste Tourismus-Chef des Landes, Wolfgang Waldmüller, ja bereits hier im Reiseradio erläutert.

Eine Zahl macht da besonders deutlich, was Tourismus bewirken kann. Die Verdoppelung der Urlaubsgäste in Mecklenburg Vorpommern seit 1998 auf jetzt 30 Millionen Übernachtungen hat die Arbeitslosigkeit in diesem strukturschwachen Bundesland halbiert. So viel zur Nachhaltigkeit in dieser Branche.

Kein Wunder, dass die ITB auch immer die Zeit ist, wo sich die obersten Repräsentanten der Touristik ein bisschen Muskelspiel in Richtung Politik erlauben. Die Berufung von Sebastian Münzenmaier von der latent fremdenfeindlichen AfD auf die Position des Tourismus-Ausschuss-Vorsitzenden des Deutschen Bundestages hat mehr als nur Irritation ausgelöst und den Wunsch der Branche gefestigt, die Regierung sei nun aber gefordert, eine honorige und anerkannte Person zu finden, die im Wirtschaftsministerium die Position Tourismus-Beauftragte(r) besetzt. Nicht nur wegen der sonst fatalen Aussenwirkung für Deutschland als Reise-Nation.

Dem Deutschen Reiseverband DRV geht es naturgemäß weniger um den Incoming-Tourismus, sondern die Auslandsreisen. Denn sie machen trotz der Liebe der Deutschen zu ihrer eigenen Heimat Zweidrittel der Buchungen aus. Und im Ausland sind Risiken, die sich auf Reiseströme auswirken, viel schneller zu spüren, wie die letzten Jahre zeigten.

Momentan sind auch die – aus Sicht der Touristik – „Problemkinder“ Türkei, Ägypten, Tunesien wieder im Kommen. Sogar überraschend stark im Frühbucher-Geschäft. Woran das liegt, ob es nur die schnelle Vergesslichkeit der Urlauber ist, ein abgestumpftes Verhältnis zu Moral und Ethik, oder profan die Verlockung günstiger Preise für ein unbestritten hochwertiges Produkt – darüber, und vieles andere, unterhalte ich mich nun mit dem Präsidenten des Deutschen Reiseverbandes, Norbert Fiebig.

 

Um das Gespräch anzuhören, bitte auf den Play-Button im Bild von Norbert Fiebig klicken

 

 

2018 wird Boom-Jahr
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