50 Jahre Airtours
Wie eine Reisemarke den Luxus definiert

Zugegeben, für einen Reisejournalisten ist die Marke Airtours zwiespältig…- weil sie eben so verführerisch ist. Wer kann sich schon ehrlich freisprechen von der Faszination der Kataloge mit ihren zwischen bunte Seiten gepressten Versprechen, hier die traumhafteste Zeit des Lebens buchen zu können? Speziell, wenn es sich um den Titel „Finest“ handelt, gegen dessen Hotel-, und Erlebnis-Collection alle anderen Reisekataloge wirken wie billige Kauf-mich-Prospekte aus dem Supermarkt…

Und wer von den Reisejournalisten, und noch stärker von den Bloggern (gerade jenen, die sich eher als Influencer verstehen), würde sich nicht freuen über das Angebot einer Recherchereise in eines dieser Hideaways, wo für normale Gäste der Tagesaufenthalt gerne eine vierstellige Summe kostet? Wahrscheinlich noch ohne Frühstück.

Aber sind diese Reisen tatsächlich der Urlaub, über den wir berichten sollen? Zumindest, wenn wir es ernst meinen mit der Aufgabe, der kritische Vorkoster zu sein für die Masse unserer Leser, Zuschauer oder Zuhörer?

Dieser Konflikt wird diskutiert, seit es Reiseteile gibt und Reisesendungen. Er ist gut dafür geeignet, dass man seine eigene Erdung nicht aus dem Blickfeld verliert. Denn nur wenige Berichterstatter könnten sich privat auch nur ein winziges Hineinschnuppern leisten bei den meisten Adressen, die Airtours als ultimativer Luxus-Veranstalter präsentiert.

Aber über die schönsten Hotel-Adressen der Welt mit journalistischer Finesse zu reflektieren, ist natürlich genauso wichtig für das Lese-, und Sehvergnügen unserer Klientel, wie über die Volumenziele und die kleinen, versteckten Perlen zu berichten. All das zusammen macht die Faszination des Reisens aus. Und manches findet eben einfach in der Phantasie statt. Träumen erlaubt.

Airtours ist nun der deutsche Experte für das Luxus-Kopfkino. Seit immerhin 50 Jahren werden bei dem Veranstalter, der im Laufe der Zeit leider immer mehr zur Marke der TUI wurde (auch wenn man das nach außen nur winzig klein labelt wegen der Empfindlichkeit der wohlhabenden Klientel) kompromisslos nur die leckersten Rosinen aus dem süßem Kuchen Urlaub gepickt. Hier diktiert nicht der Preis den Erfolg der Beratung, sondern das Versprechen perfekter Erinnerungen.

Wer Airtours verkauft, entspricht sozusagen dem Idealbild des Expedienten als „Kümmerer“. Da ist man dan kein Landverschicker mehr, sondern Bestandteil einer durchorganisierten Manufaktur. Den Spitzenplatz bei den Airtours-Kümmerern nimmt Beate Arnold und ihr Team von der Berliner World of TUI ein. Keiner verkauft mehr Träume. Und deshalb unterhalte ich mich jetzt mit ihr, um herauszufinden, wie Airtours innerhalb seiner 50 Jahre den Begriff Luxus immer wieder neu definieren musste. Und ob man auch ohne Platin-Kreditkarte da mal reinschnuppern kann.

 

Hintergrund zu Airtours

 

 

50 Jahre Airtours
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