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Baden-Baden ganz exklusiv
Unterwegs in Deutschlands schönstem Kurort

Die kleine Stadt an der Oos im Nordschwarzwald hat nur etwa 50.000 Einwohner, aber schon die Attitüde und das Selbstbewusstsein einer Mini-Metropole. Die ehemalige Sommerhauptstadt Europas hat sich ein bisschen den Protz der guten alten Zeit in die Gegenwart gerettet. Alles ist ein wenig chicer, internationaler und qualitativer als in vergleichbaren Kur-Gemeinden. 

Und doch ist es nicht unbedingt teurer. Klar, wenn man sich niederlassen möchte, schon. Die Villen entlang der Lichtentaler Allee dürften auf dem teuersten Baugrund Deutschlands stehen. Die Auslagen in den meisten Geschäften haben erst gar keine Preisschilder – oder wenn, dann ganz diskret kleine. Dass das Personal in den Luxus-Boutiquen häufig auch russisch spricht, lässt schon erahnen, wer gerade wieder bevorzugt Geld ausgibt in dem kleinen Edel-Nest. Aber das war schließlich immer schon so, auch zur Zaren-Zeit.

Und natürlich kann man auch ganz herrschaftlich residieren, zum Beispiel in einem der besten Hotels Deutschlands, dem Brenners Parkhotel an eben dieser Lichtentaler Allee.

Aber die Dinge des täglichen Lebens sind ganz normalpreisig. Und auch in den Restaurants und Cafés gibt es keine bösen Überraschungen. Der Schwarzwald war noch nie ein Billigziel – oder etwa so günstig, wie die Hauptstadt Berlin…

Was macht man in Baden-Baden, wenn nicht ein gesundheitliches Zipperlein den Aufenthalt angestoßen hat? Sich einfach nur wohlfühlen… Das hört sich jetzt ganz blöd werbetextlich an, aber trifft den Kern. Ein Spaziergang vom Kurhaus über die parkähnliche Lichtentaler Allee ist wie das Gesamtkunstwerk eines landschaftlichen Sanatoriums. Hier ist einfach alles nett. Mächtige Bäume, gepflegte Blumenrabatten, gezirkelte Bächlein, herausgeputzte Fassaden, Chippendale-bestuhlte Kaffeehäuser, exklusivstes Window-Shopping, sauber gepflegtes Altstadtpflaster und sprudelnde Brünnlein. Irgendwie unwirklich.  Selbst die leicht alkoholisierten Stadtstreicher an der Tiefgarage des Augustaplatzes grüßen höflich… ☺

Der Großstadtbesucher ist fasziniert – und verunsichert. Kein Graffiti, kein Unrat auf der Straße – selbst die silberhaarigen alten Damen entsorgen das Häufchen von Waldi. Schön. Ein ganzer Ort als psychisches Beruhigungsmittel. Zumindest das herausgeputzte Zentrum des Ortes.

Wer zu Fuß auf Entdeckungsreise geht, findet an fast jeder Straßenecke dezente Hinweisschilder zu den Sehenswürdigkeiten.  Oder man macht es sich noch bequemer und nimmt die Buslinie 208. Immer um „5 min nach“ ab Augustaplatz geht es los. Drei verschiedene Schleifen fährt der Bus, und nach einer Stunde hat man alles gesehen – für 2 € (www.swbad.de) 

Baden-Baden hat es schon im Namen. Man sollte es auch tun: das Baden im warmen Thermalwasser. Da gibt es die Caracalla Therme mit verschiedenen Becken, drinnen und draußen. Ist auch schön. Aber wer das Besondere sucht, geht ins benachbarte Friedrichsbad. (www.carasana.de) Das ist wirklich einzigartig und nach Meinung vieler Kenner das vielleicht beste Badehaus der Welt. Man bewegt sich durch 17 Wohlfüh-Stationen – inklusive Seifen-Bürsten-Massage und verlässt den Prachtbau nach ca 3 Stunden wie neugeboren. Kleine Warnung: man wandelt nackt durch die Brausen, Heisslufträume, Dampfgrotten und Thermalbecken… Ist aber auch praktisch: denn man muss nichts mitbringen und kann sich ganz spontan zur Kompaktkur entscheiden.

Baden-Baden und Casino (www.casino-baden-baden.de) . Das gehört im Image einfach zusammen. Auch, wenn das Unternehmen gerade wirtschaftlich in äußerster Schieflage ist. Die Menschen wandeln zwar gerne durch die extrem schönen Räumlichkeiten im Kurhaus; gerne auch mit einem Champagnerglas… – aber die großen Spieler bleiben gerade mal wieder weg. Egal, genießen Sie die prickelnde Atmosphäre in Räumlichkeiten, über die Marlene Dietrich sagte: „Es ist das schönste Casino der Welt – und ich kenne sie alle“

Mit dem neuen Festspielhaus am alten Bahnhof (www.festspielhaus.de) wollte man ein wenig Bayreuth an der Oos wiedererwecken. Vorsichtig gesagt, ist es leicht überdimensioniert. Aber mittlerweile nach einigem Feintuning im Programm so weit aufgestellt, dass sich während eines Aufenthaltes sicher immer etwas Passendes Musikalisches findet. Außerdem gibt es ja auch noch das prunkvoll-putzige Theater mit Amüsement (www.theater-baden-baden.de) 

Ein Museumshighlight ist sicher der Komplex aus Staatlicher Kunsthalle (www.kunsthalle-baden-baden.de) und Museum Frieder Burda (www.museum-frieder-burda.de) Klassische Moderne und Zeitgenössische Kunst in einer Güteklasse, dass auch die großen Feuilletons hier mittlerweile präsent sind.

Für den großen Überblick empfiehlt sich eine Fahrt mit der Zahnradbahn hoch zum Merkurberg. Bei gutem Wetter hat man einen wunderschönen Blick über die Schwarzwaldhügel und sieht die bevorzugte Lage von Baden-Baden. Zur Talstation kommt man mit der Buslinie 204 und 205 – die Berg- und Talfahrt kostet 4 €

Alle Stadt-Informationen unter www.baden-baden.de 

 

 

Baden-Baden ganz exklusiv
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