Hotel!, Yacht!, Dorf!
Sebastian Ebel über die Assets der TUI

Keine Frage, bei der Bekanntheit der Marke schneidet TUI mit Abstand am besten ab bei Befragungen der Verbraucher. Der geniale Smiley ist den meisten Menschen vertraut. Und auch das Image des Unternehmens aus Hannover ist so gut, dass sich die Marketing-Profis eigentlich zurücklehnen könnten. Zwar vermutet man, dass die TUI in der Regel etwas teurer ist, als Mittwettbewerber, aber dafür erwartet man auch bei allen Komponenten immer das Quentchen mehr… Einen generell besseren Service, das vielleicht bessere Zimmer und manchmal auch das eine oder andere Extra. Man hat es sich schließlich verdient.

Ein kleines Wörtchen hat der gemeine Verbraucher in diesem Zusammenhang nie hinterfragt: die TUI ist doch ein klassischer Reiseveranstalter, oder? Sie ist sogar der größte integrierte Reiseveranstalter der Welt.

Was die wenigsten Reisenden wissen, es muss sie ja auch überhaupt nicht interessieren, ist das Geschäftsmodell dahinter, das sich seit Jahrzehnten immer schneller verändert. Die TUI agiert nämlich bei weitem nicht immer als Veranstalter. Sehr häufig ist sie selber Anbieter von touristischen Produkten, und immer öfter auch nur Vermittler

Wenn man alle Hotelmarken der TUI zusammenpackt, ist das Unternehmen einBig Player am Markt der Ferienhotellerie. Wenn man all die Kreuzfahrtschiffe addiert, die unter dem Smiley in See stechen, dann weiss man, wer einen sehr großen Teil des deutschen Marktes abschöpft.

Was ist also der Veranstalter TUI? In der neueren Lesart aus Hannover wird die TUI immer mehr zum Vermarkter von (möglichst exklusiven) Leistungen. Und diese soll der Verbraucher begehren; weniger den Kofferanhänger oder die gebrandeten Reiseunterlagen.

Das mag sich jetzt wie eine sehr theoretische Diskussion anhören, abends in der Hotelbar des TUI-Dorfes in der Toskana. Aber es ist mehr, als nur eine Wortklauberei. Denn „Veranstalter“ bedeutet in der Ansprache an die Mitarbeiter: weiter so, aber versucht es noch besser. Doch das virtuelle Ruhekissen als erfolgreiches Dickschiff der Branche verursacht da kaum einen nennenswerten Leidensdruck im Unternehmen. Schlechteres Geschäft? Daran sind doch immer nur die exogenen Ereignisse schuld, ob Terror, politisches Grollen oder Natur… In dem von uns verantworteten Bereich sind wir top…

Findet man sich künftig als TUIaner jedoch als Ensemblemitglied eines Vermarktungsunternehmens wieder, geht es um ganz andere Leistungsnachweise. Dann gilt es nur als Erfolg, wenn alle es schaffen, die Kunden gezielt zu Produkten zu lenken, die aus der eigenen Urlaubsküche stammen. Erst dann freuen sich auch die Investoren oder Shareholder. Denn allen Benchmarks zum Trotz, sei es der Umsatz, der Marktanteil oder der ominöse Net Promoter Score – das einzige, was zählt, ist der Gewinn. Und bei dem ist noch einige Börsenphantasie drin.

Mit Sebastian Ebel, dem Noch-CEO der TUI-Deutschland, der in den nächsten Wochen aus dieser Position ausscheidet und sich wieder auf seine Führungspositionen im Konzern konzentriert, sprach ich im TUI Dorf in der Toskana, in Castelfalfi, über die Musik, die noch drin ist bei den Assets Hotel und Kreuzfahrt.

 

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