Luxus im Paradies
Ein Hotelier auf den Seychellen erzählt

Jahrzehntelang war es der Seufzer bei den Fernreise-Spezialisten: wenn die Seychellen neben ihrer Landschaft und Vielfalt der Inseln auch noch die perfekte Hotelstruktur von Mauritius hätten, dann wäre die Inselgruppe vor der Ostküste Afrikas unangefochten das weltweite Topziel im Tourismus.

Von der Topografie her kann kein Eiland den Seychellen das Wasser reichen. Hier gibt es die mit Abstand schönsten Strände der Welt mit ihren großen, sie einrahmenden Granitfelsen und dem puderweichen Sand, hier gibt es im Gegensatz zu den langweiligen Malediven propere Inseln mit üppigster Vegetation und bergigen Naturreservaten, hier gibt es Dörfer, die nicht an rostige Elendsquartiere erinnern, wie in der Karibik, und hier gibt es die Seychellois in ihrer kreolischen Lebensfreude und Gelassenheit, ohne muslimische Verbissenheit und ohne die leichte Gangster-Attitüde des Wegelagerers, mit der gerade die Inseln vor der Haustüre Amerikas unrühmlich glänzen.

Ja, wenn es nur darum ginge… Bis vor wenigen Jahren hatten die Seychellen allerdings ein großes Handicap. Es gab zwar Hotels, natürlich irrsinnig hochpreisig, aber bis auf wenige Hideaways, also private Inseln im absoluten High-End-Luxusbereich, bezahlte man als Gast viel Geld und bekam dafür allerhöchstens den Komfort und Service einer Drei-Sterne-Plus oder Vier-Sterne-Herberge. Weder die Hardware stimmte, noch das Bewusstsein der Mitarbeiter.

Das sozialistische Inselexperiment unter Albert René mit ihrer Rundum-Alimentierung der Einheimischen hatte dem eh schon vorhandenen Charakterzug des laissez-faire das Krönchen aufgesetzt. Da konnte man als teuer zahlender Gast schon mal zehn Minuten im angeblichen Luxushotel warten, bis es gelang, eine der vielen herumstehenden und munter miteinander schwatzenden Service-Kräfte dazu zu bewegen, einen überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. Man hat es gütig ertragen, weil die Inseln eben so gut tun für die Seele.

Nun ist das sozialistische Experiment vorbei, und man merkt, es tut sich was im Paradies. Immer mehr Hotels entstehen, zum Glück aber noch überwiegend klug gelenkt durch das eindeutige Bekenntnis zum Naturschutz seitens der Regierung, und auch solche, die sich mehr und mehr bemühen, eine dem Preis adäquate Leistung anzubieten.

Bei meinen letzten Dreharbeiten auf den Seychellen lernte ich auch Derek Barbé kennen. Er ist der einzige Seychellois, der ein Fünf-Sterne-Hotel leitet auf Mahé, der Hauptinsel. Und zwar direkt am beliebtesten Strand der Insel, der Beau Vallon Bay. Es ist das Savoy.

Mit ihm unterhalte ich mich jetzt über die Herausforderungen, im Paradies Luxus anbieten zu wollen und die Eigenarten der Internationalen Gäste, und warum zum Beispiel seine chinesischen Gäste so gerne mit einem Eimerchen am Strand herumlaufen…

 

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Luxus im Paradies
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