Motel One – Budget mit Design
Neröffnung Berlin Alexanderplatz mit Moroso

Moroso lässt nicht nur die Augen von Innenarchitekten funkeln. Die italienischen Polsterer gelten als eine Art von Rolls Royce der Branche. Viele ihrer Möbelstücke sind eher schon Skulpturen. Zeitlose Kunstwerke zum Sitzen. Selbst in Luxushotels muss man lange suchen, um vielleicht mal ein Signaturstück zu finden…

Und nun kommt ein Budgethotel sehr selbstbewusst daher, und lässt mal eben so die Lobby und die Lounge komplett von der Manufaktur aus Udine ausstatten. Ein Hotel, das mit Zimmerraten ab 69 € in den Markt geht. Gut, bei dieser Neueröffnung sind es 10 € mehr. In den Augen der teureren Mitbewerber muss sich das einigermaßen frech anfühlen. Den Gast freut’s.

Das jüngste Hotel von Motel One steht am Alexanderplatz in Berlin. Auf der einen Seite schaut man auf die monströse Hässlichkeit des Alexa Einkaufszentrums, zur anderen Seite wartet die Einöde rund um den Fernsehturm. Fast möchte man sagen, Glück haben diejenigen, die in den Innenhof schauen. Denn dort hängt ein Riesengraffiti der Berliner Künstlergruppe KLUB7.

Wenn man von so viel städtebaulicher Tristesse umgeben ist – zur Ehrenrettung muss man sagen, das Hotel hat 18 Etagen, und wenn man das Glück hat, oben eingebucht zu sein, kommt ein schönerer Weitblick zum Tragen – muss man den Blick der Gäste nach innen lenken.

 

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Das ist dem Designteam um Ursula Schelle-Müller, der Ehefrau von Firmengründer Dieter Müller, wirklich gelungen. Die öffentlichen Räume laden zum Sitzen und Kuscheln ein. Die Bar wird, ähnlich wie beim unlängst eröffneten Upper West gegenüber der Gedächtniskirche, mit ziemlicher Sicherheit zu einem urbanen Spot für gute (bezahlbare) Drinks, und auch der Frühstücksbereich hat wieder eine einladende Anmutung, die ihn doch sehr unterscheidet von den kleineren Häusern der frühen Motel One Generation.

Was deutlich wird: die Expansion der Mutter aller modernen Budgethotels geht nicht mehr vor allem durch die Vervielfachung der Gästebetten, die Nachfrage soll vor allem auch dadurch angekurbelt werden, dass die Neubauten den Gast immer wieder vom Design her überraschen. Motel One entwickelt sich weiter. Schließlich schläft die Konkurrenz nicht. Auch für günstig muss man inszenieren.

Motto der Hauses am Alexanderplatz ist „Fashion meets Street Art“. Da durften sich Mode-Studenten von der Hochschule genauso austoben, wie das Künstlerkollektiv KLUB7 mit Graffiti und Wand-Installation. Selbst in den Zimmern gibt es jetzt Kunst – und nicht nur das Aquarium oder das Lagerfeuer in Dauerschleife auf dem Bildschirm, sobald man die Tür öffnet. Wie beruhigend, dass es bei all den Innovationen eine Konstante gibt: den Egg-Chair von Arne Jacobsen. Ach ja, und noch eine: Motel One wird immer die gewöhnungsbedürftige Farbe Türkis lieben.

 

Zum Anhören des Reiseradio-Gesprächs bitte oben im Bild auf den Play-Knopf drücken… 😉

 

Motel One Berlin Alexanderplatz

 

 

Motel One - Budget mit Design
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