Was tun mit Airberlin Meilen?
Auch Lufthansa-Flüge fast nichts mehr wert

Wer den Hollywood-Film „Up in the Air“ kennt mit George Clooney in der Hauptrolle, der bekommt genüsslich vorgeführt, wie sehr die Meilen-Sammel-Programme süchtig machen können. Da geht es unter anderem um das große Ziel von Ryan, die Zehn-Millionen-Frequent-Flyer-Meilen-Schalmauer zu durchbrechen. Weniger wegen der damit verbundenen Prämien (er ist ja eh dauernd in der Luft), sondern vor allem wegen des Status.

Zwar gibt es solche Kundenbindungs-Programme mittlerweile zuhauf – alle funktionieren nach demselben Prinzip der Karotte, die dem Esel immer in fast Fressweite vor das Maul gehängt werden – aber die Airlines haben das Prinzip perfektioniert.

Diese Verheissung, sich besser an immer dieselbe Gesellschaft zu binden mit allen Flügen, um quasi nebenbei, ohne eigene Anstrengung, etwas zurück geschenkt zu bekommen. Seien es Freiflüge, aber vor allem Prestige. Nur mit der richtigen Karte wird man heute von den Airlines noch als Mensch behandelt und nicht als lebende Fracht. Nur mit dem richtigen Status muss man sich nicht in entwürdigende Schlangen auf dem Flughafen einreihen und besser noch alle Check-In Schritte selbst an Automaten abarbeiten, immer in der Angst, die Freigepäckgrenze auch nur um ein teures Kilo zu überschreiten, man muss sich nicht auf harte Bänke quetschen in Wartezonen, die oft den letzten Flug raus aus Casablanca nachahmen und sich nicht an Bord auf Mittelsitzen einquetschen lassen, obwohl man so früh versuchte, beim Online-CheckIn noch einen angenehmen Platz zu bekommen.

Nein, mit Status reist es sich eindeutig angenehmer. Vor allem noch am Flughafen mit seinen Lounges und den Pre-Boarding-Vorzügen.

Das Problem ist nur, die Airlines werden die Geister nicht los, die sie riefen. Immer mehr Passagiere haben seit Jahren brav gesammelt. Und oh weh, hoffentlich wollen sie nicht auch den Gegenwert mal einlösen… Also wird die Möhre zwar immer saftiger dargestellt, aber auch zunehmen unerreichbarer platziert.

Genau das macht momentan die Lufthansa. Ab März zeigt sie allen normal Fliegenden den Stinkefinger. Wer es sich nicht leisten kann, oder keine Firma hat mit großzügigen Reiseregeln, wer also nicht die teuren Buchungsklassen wählt, der bekommt künftig kaum noch Meilen. Der miese Trick: Die Gutschrift orientiert sich nicht mehr an der Entfernung und der groben Buchungsklasse, sondern nur noch am Basispreis des Tickets. Vielflieger in Eco, vor allem auf kürzeren Distanzen mit sehr geringem Basispreis, aber vielen Zusatzgebühren, die hier prozentual natürlich viel stärker ins Gewicht fallen, können ihre Miles-and-more-Karte quasi zerschneiden. Lohnt sich nicht mehr. Denn obwohl die Gutschriften teilweise um Dreiviertel gesenkt wurden, bleiben die Würden auf alt-hohem Niveau. Noch arroganter kann man seinen Kunden nicht zeigen, dass man sich nur für die Business oder First Class Gäste interessiert. Lufthansa halt, künftig mit blauem Kranich.

Noch weniger, denn fast nichts, sind generell die Top-Bonuns-Meilen der verschwundenen Airberlin noch wert. Millionenfache Ansprüche können derzeit nicht bedient werden, da auch das Meilenprogramm in der Insolvenz steckt. Frage, was macht man mit seinem Guthaben? Warten auf vielleicht doch bessere Zeiten?

Ich habe dazu den besten Kenner im Prämiendschungel der Meilenprogramme befragt, den Gründer von First Class & More, Alexander König. Und er hat doch einige überraschende Tipps parat, durch welche Umwege man doch noch etwas Gegenwert bekommt für sein Meilenkonto.

First Class and More

 

Das Gespräch können Sie hören, wenn Sie auf den Play-Button im Bild meines Interviewpartners tippen.

 

Was tun mit Airberlin Meilen?
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