Wir denken in Generationen
Geschwister Mack Hoteliers des Jahres

In der Jugend konnten sich Thomas Mack und seine beiden Geschwister Ann-Kathrin und Michael wahrscheinlich kaum retten vor Freunden. Nicht nur, das setze ich jetzt einfach mal voraus, weil sie nette Kinder waren… Sie wohnten mitten in einem – DEM – Freizeitpark, der praktischerweise dem Vater gehörte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass die Verlockung eines Freundschafts-Besuchs deshalb eine große war…

Die nicht nur räumliche Nähe zum Europapark Rust war also der ständige Begleiter beim Erwachsen-Werden. Auch die Liebe zu allen Arten von Achterbahnen und Fahrgeschäften – schließlich die DNA der Familie Mack – war ihrer Generation mit in die Wiege gelegt worden. Als Kids waren sie bereits „Testpiloten“ – noch zu einem Zeitpunkt, bevor mit Sandsäcken in den Achterbahn-Wägelchen der gestrenge TÜV-Prüfer vom ordnungsgemäßen Zustand des Fahrgeschäfts und seiner nur bedingten Kotz-Tauglichkeit überzeugt werden musste. 

Bruder Michael, so erzählt es die Familienchronik, machte seiner Angebeteten den Antrag in einem Achterbahn-Sitz… auf dem Scheitelpunkt der Bahn ganz oben, und erst, nachdem sie JA sagte, ging es auf sein Zeichen hin steil ins Glück…

Schöne Anekdoten. Sie zeigen aber auch, dass die Wahl zum Hotelier des Jahres dieses mal quer gedacht wurde. Bei der Gala der AHGZ ging der Award 2020 gleich an alle drei Geschwister Mack, die nun in achter Generation den erfolgreichsten Freizeitpark mindestens Deutschlands managen.

Moment, Hotelier des Jahres… an einen Freizeitpark? Ja klar, auf dem 130 Hektar großen Gelände stehen mittlerweile sechs Hotels mit einer Million Übernachtungen. Es ist der größte Hotelstandort Deutschlands, und, nebenbei bemerkt, der größte Gastronomiestandort. Und das in Rust. Nichts gegen Rust und die schöne Ortenau an der badischen Grenze zu Frankreich. Aber ohne den Europapark würden sicher 98 Prozent der Menschen ohne einen Gedanken an der Ausfahrt auf der A5 vorbeifahren.

Alles begann 1975 im Schnakenloch, in den Sümpfen der Rhein-Niederung. Eine Gegend, um die jeder Hotelscout einen weiten Bogen gemacht hätte. Kein Problem. Am Anfang suchte Mack Senior ja auch nur nach einem Platz für seine Fahrgeschäfte, die er weltweit verkaufen wollte. Das Unternehmen Mack ist übrigens mittlerweile stolze 239 Jahre alt. Eine Art Hausmesse, weil für das Anpreisen einer Achterbahn der Musterkoffer mit Prospekten nicht so das perfekte Verkaufs-Instrument ist. Man begann bescheiden als Märchenpark. Objektiv betrachtet, ein wenig armselig im Vergleich zu den Disney-Erlebniswelten, die damals schon in der Topliga den Ton vorgaben. 

Zwanzig Jahre später dann das erste Hotel: El Andaluz… Eher aus der Not geboren, um einerseits die Saison zu erweitern – der Park hatte damals ja nur das halbe Jahr geöffnet – aber auch, um die Aufenthaltsdauer der Gäste zu verlängern. Es gab damals schon viel auszuprobieren, aber kaum jemand von den Tagesgästen war so elektrisiert, dass er sich noch eine Nacht in einer 3-Sterne-Pension in Rust leisten wollte, um am nächsten Morgen weiter zu machen.

Die Erfolgsgeschichte begann. Heute zählt man im Park 5,7 Millionen Besucher. 1,4 Millionen übernachten im Park oder in Rust. Das reicht für die Championsleague an einem so kleinen Standort. Klar ist der Europapark mittlerweile größter Arbeitgeber in der Region mit fast 5.000 Mitarbeitern. Die Attraktionen bringen die Menschen in diese westliche Ecke der Republik. Anscheinend auch so erfolgreich, dass viele direkt einen zweiten, oder dritten Besuch planen. Und da man den Badenern ja eine gewisse Nähe zur Lust am Geschmack nachsagt, gibt es bei den Macks beileibe nicht nur Fastfood. Sogar ein Michelin-Sterne-Restaurant wurde integriert. Damit ist man weltweit einmalig.

Das erste Großprojekt der Geschwister läuft schon seit einigen Monaten wie geschnitten Brot: das neue nordisch-Sagen-umwobene Hotel Kronasar mit der angeschlossenen Wasserwelt Rulantica scheint die 200 Millionen Investment wert gewesen zu sein. Feuertaufe bestanden.

Nach der Award-Zeremonie auf der Hotel-Gala in Berlin schnappte ich mir mit Thomas den Vollblut-Hotelier aus dem Trio. Ann-Kathrin ist als Architektin für die Hardware mit ihrer Expertise dabei, Bruder Michael ist das professionelle Spielkind für die Erlebniswelten im Park. Hier das Gespräch.

Um den Podcast mit Thomas Mack zu hören, bitte auf den PLAY Button im Bild klicken

 

 

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