Jasmin Taylor is back
Erstes Interview nach der Insolvenz

Einer Aussage wird jeder zustimmen können, der Jasmin Taylor noch als Inhaberin von JT Touristik kennt: sie war in der Veranstalter-Branche eine echte Persönlichkeit. Als pinke Lady bekannt wie ein bunter Hund, hatte sie es geschafft als mittelständischer Player, mit etwa etwa 200 Millionen Euro Umsatz, eine Präsenz zu erzeugen auch dann beim Stationären Vertrieb, um die sie so mancher Anzugträger der Big Five beneidete.

Hartes Erwachen dann Ende 2017: Insolvenz. Die zu hohen Versicherungskosten für die Kundengelder-Absicherung waren der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Rückblickend, und angesichts der vielen Insolvenzen seitdem, stellt sich natürlich die Frage, war Jasmin Taylor vielleicht nur die sparsame persische Hausfrau, die besser als andere die Kostenfalle erkannte für kleine Veranstalter?

Nach der Insolvenz war die rührige Kontakterin erst einmal komplett abgetaucht. Es gab zwar die Reaktivierung der alten Namens-GmbH, die in irgendeinem Handelsregister vor sich hinstaubte, mit vagen Absichtserklärungen über den künftigen Geschäftszweck, aber das hörte sich alles so unerotisch an, dass viele Branchenbeobachter eher davon ausgingen, dass wir den Namen Jasmin Taylor vielleicht gar nicht mehr in Zusammenhang mit touristischer Industrie hören werden.

Nun ist sie zurück. In der Reise, aber dann doch ganz anders. Die neue GmbH Seelandhaus wird Hotels betreiben. Aktuell geht es um zwei Projekte, beide im Spreewald. 

Das eine, das Seedorf im geschützten UNESCO Biospherenreservat, existiert schon in der Substanz und wird gerade mit ihrem Team komplett aufgehübscht und wertig gemacht, das andere, das Seehotel am Schwielochsee, hat die Konzept- und Bauplanung bereits hinter sich. Der erste Spatenstich für das Luxus-Resort soll dann nächstes Jahr geschehen.

Als ich Jasmin Taylor im Soho House in Berlin treffe – Sie erinnern sich…, die Location auch für die aufwendigsten ITB-Parties der letzten Jahre, ist sie schon wieder quirlig und voller Tatendrang. Aus dem iPhone purzeln die Architektur-Entwürfe, ihre Design-Konzepte, ihre Idee, alle Möbel maßanfertigen zu lassen, vorwiegend in Werkstätten an der türkisch-syrischen Grenze…, so viel Vision, dass man fast übersieht, dass es letztlich nur um zwei Hotelanlagen mehr im Urlaubsmarkt geht – wovon die eine erst noch gebaut werden muss.

Deshalb meine Bitte an Jasmin Taylor, die ich schon so viele Jahre kenne: ja, wir können gerne über das Projekt Seelandhaus sprechen, aber dann möchte ich auch, dass sie zum ersten Mal seit der Insolvenz über die dramatischen Monate um den 27. Dezember 2017 spricht.

Langes Schweigen und Zögern, aber schließlich stimmt sie zu. Und deshalb hier: Jasmin Taylor im Originalton

Seelandhaus

 

 

Jasmin Taylor is back
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