Weltreise durch Deutschland
Christoph Karrasch entdeckt die Provinz

Ich bin ja nun auch schon einige Jahrzehnte unterwegs als Reisejournalist. Und in jungen Jahren habe ich zugegeben immer etwas amüsiert auf die Kolleg*innen geschaut, die sich um die Bäderorte in Deutschland kümmerten; die wussten, wo es die besten Fangopackungen gab, die tollsten Kneipp-Becken oder den schönsten Kurpark. 

Überhaupt die sogenannten „erdgebundenen Ziele“… Bei den Veranstaltern waren es die „Erdmuckel“, die sich um Urlaubsbuchungen mit Anreise Auto oder Zug kümmerten, und sie standen in der Glamour-Hackordnung der Ferienmacher nicht sehr weit oben.

Urlaub in Deutschland – genau wie dem angrenzenden Ausland – so dachte ich damals – jung, dynamisch, neugierig – das ist doch nur etwas für Reisejournalisten im Rentenalter, für die jede Flugreise zu aufregend ist. Und ja, Bäderjournalist*innen waren in der Regel tatsächlich nicht mehr die taufrischesten… 🙂

Wie haben sich die Zeiten gewandelt. Abgesehen von der normativen Kraft des Faktischen, dass Urlaub im eigenen Land eh schon immer weit vor jeder Auslandsreise rangierte, und in vielen Jahren Zweidrittel aller Ferien-Aufenthalte repräsentierte. Nahziele sind momentan absolut im Trend. Und seit der Corona-Pandemie sowieso. Man kann davon ausgehen, dass im Sommer 2021 kaum noch eine Unterkunft frei sein wird an den touristischen Hotspots des Landes.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und da sind wir schon beim vergnüglichen Thema dieses Reiseradio-Gesprächs – bei dem es zwar auch um das Reisen in Deutschland geht – aber mit wenigen Ausnahmen um Orte, die zwar große Namen tragen, doch unter Touristiker-Sicht ihr Potential als begehrenswertes Ziel noch nicht ganz erreicht haben.

Mein Kollege Christoph Karrasch hat sich – zwangsweise – auf eine Weltreise begeben, für die er Deutschland nicht verlassen musste. Er hat einfach wohlklingende Namen aus der schönen weiten Welt gegoogelt, die es tatsächlich auch als Ortsname oder Ereignis im eigenen Land gibt. In Deutschland liegen die Strände von Kalifornien und Brasilien direkt nebeneinander, von Russland aus kann man zu Fuß nach Amerika wandern – und an der Nordsee erlebt man die Antarktis und Kamerun am selben Tag; sogar in derselben Stunde. Man braucht noch nicht mal einen Reisepass, um in der Südsee Wasserski zu fahren, und Karaoke kann man in absolut echten japanischen Bars auch um die Ecke singen. Selbst nach Dubai kommt man irgendwie mit der S-Bahn; ebenso an den Kalimandscharo…

Kurz: in unserem Reiseradio-Gespräch plaudern wir über die deutsche Provinz, die durchaus einen Hauch von Internationalität hat, wenn man nur danach sucht. Die Welt ist halt doch ein Dorf. Und San Francisco liegt in Wirklichkeit irgendwo am Rhein.

 

Um den Podcast mit Christoph Karrasch zu hören, bitte oben im Titelbild auf das Kopfhörer-Symbol klicken!

 

 

Christoph Karrasch

San Francisco liegt am Rhein – Eine Weltreise durch Deutschland

Ullstein Verlag

Als Taschenbuch 12 €

Als Kindle Buch 10,99 €

 

 

Hör-Check
Information
Inspiration
Hintergrund
Hörvergnügen
Leserwertung1 Bewertung
4.8