Die mobilen Reiseberater
Alternative zum Stationären Vertrieb

Momentan agieren sie noch im nahezu Verborgenen, die mobilen Reiseberater. Kein Wunder, weniger als 10 Prozent der Deutschen wissen überhaupt, dass es diese Spezies gibt. Und das war schon das Ergebnis einer gestützten Befragung der GfK.

Dabei sind diese Reiseberater weit entfernt von der Angst-Vorstellung, da klingelt es auf einmal, und vor der Tür steht so jemand mit seinem Köfferchen, der mir auf der Couch eine Reise aufschwatzen will – ähnlich den Kosmetiktanten von früher, den Versicherungs-Vertretern oder Staubsauger-Verkäufern.

In der Regel sind es Ein-Personen-Reisebüros ohne Reisebüro. Und da fängt die Sache an, interessant zu werden. Denn wer hat heute tatsächlich noch das Reisebüro seines Vertrauens, wo man immer wieder gerne zum Schwatz vorbeischaut, dort den ganz persönlichen Berater vorfindet, der die eigne Reise-Historie kennt, und wo man von vorne bis hinten betreut wird?

Es wäre natürlich der Idealzustand. Und wenn es auch der Ist-Zustand wäre, dann gäbe es heute nicht die große Verschiebung zum Selbst-Frickeln auf unterschiedlichen Internet-Portalen und Buchungsseiten.

Der Mehrwert des Reisebüros – als Goodie dafür, dass Veranstalter-Reisen in der Regel eben etwas teurer sind, als Einzelkomponenten, die man sich im Netz zusammen gesucht hat – liegt in der Beratung. Dieser gefühlten Sicherheit, ich als Kunde brauche mich nicht mehr zu kümmern und meine Lebenszeit zu vertrödeln vor dem Computer. Sich zurücklehnen und machen lassen.

Aber leider hat der Stationäre Vertrieb zumindest flächendeckend es noch nicht verinnerlicht, dass man mehr machen muss, als zu festen Öffnungszeiten auf den Kunden zu warten. Einen Kunde, der immer weniger bereit zu sein scheint, seinen Beratungswunsch Öffnungszeiten anzupassen oder freien Parkplätzen in der Innenstadt.

Und hier kommen jetzt die mobilen Reiseberater ins Spiel, die sich, wegen der tatsächlichen Arbeitsweise, lieber persönliche Reiseberater nennen. Für sie ist die direkte Ansprache zum Kunden das Geschäftsmodell. Per Telefon, Internet, und auch durch persönliches Treffen; entweder in einem Café, im eigenen Home-Office, oder tatsächlich beim Kunden auf der Couch. Im Regelfall machen sie keine Kalt-Aquise, sondern werden über Mund-zu-Mund-Propaganda aus dem Familien, dann Freundes, dann Bekanntenkreis angesprochen.

Sie haben in der Regel keine festen Arbeitszeiten, aber mehr Arbeit, als in einen 9to5 Tag passen würde. Eigentlich ist es die ideale Verbindung zwischen Kunden und Berater, sobald man sich gefunden hat, und die Chemie stimmt.

Etwa 700 dieser persönlichen Berater haben sich in einem Netzwerk zusammengefunden, hinter dem der Reiseriese TUI steckt. Sie agieren unter dem Label Take Off, oder Holiday Profis oder Feria – allen gemein ist die fundierte Ausbildung und das Eingebunden-sein in einem agilen Backoffice, das sich vor und nach der Beratung um alles kümmert.

Und wer jetzt keine Ahnung hat, wie man so einen Beratungs-Partner findet: es gibt die Webseite www.reiseberatung.de , eine Art von Kontaktbörse, um den passenden Assistenten zu suchen, fachlich und auch menschlich.

Ein interessantes Konzept, bei dem ich glaube, dass es den Stationären Vertrieb mittelfristig stärker bedrängen wird, als die Online-Aktivitäten der Kunden. Über ein Drittel der Befragten einer YouGov Untersuchung würden so etwas gerne mal ausprobieren. Und deshalb habe ich mich mit Kurt Koch zum Gespräch getroffen, dem Geschäftsführer von TLT-Urlaubsreisen, die hinter diesen ca 700 Berater(inn)en stehen.

 

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Die mobilen Reiseberater
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