Welt durchs Handy sehen
Virtual & Augmented Reality kommen

Ich muss zugeben, technisch bin ich ein Spielkind. Auch, wenn ich nicht bedingungslos ein early adopter bin, aber Trends mag ich schnell ausprobieren, um dann zu entscheiden, ob ich es für mein Leben als relevant empfinde.
Virtuelle Realität ist so etwas. Egal, ob nun im eigentlichen Wortsinne, nämlich der Computer-gestützten Erweiterung der Realität, oder im nun überwiegend praktizierten, nämlich dem optischen 360-Grad-Erlebnis einer Destination – ich glaube, jeder, der schon mal so eine Brille auf der Nase hatte, ist hinterher fasziniert.
Der Reisevertrieb schätzt sie als Verkaufshilfe – zumindest als elektronisches Pendant zum Glas Tee beim Teppichhändler für die Bindung zum potentiellen Kunden – und ich als Film-Produzent bin natürlich interessiert an den Möglichkeiten, Reisefilme ganz anders zu gestalten.
Doch für den Reisebereich sind solche Brillen derzeit eben nicht mehr als Appetithäppchen. Reisen ersetzen können sie nicht. Da fehlen – noch – die Sinnenreize des Fühlens, Riechens, Schmeckens. Das wird noch für einige Zeit Zukunftsmusik bleiben.
Anders sieht es aus mit der Augmented Reality. Also der erweiterten Realität. Die hat zugegeben nicht so den Jahrmarkts-Wow-Effekt, aber ungleich mehr Potential.
Nehmen wir nur das Spiel „Pokemon Go!“. Menschen, die auf ihr Smartphone starren, um Wesen zu jagen, die auf ihrem Telefon-Bildschirm in die reale Umgebung hineinprojiziert werden. Was für ein Potential für  touristische Anbieter!
Nehmen wir Kataloge oder gedruckte Reisemagazine. Mit dem Handy die Seite oder einen Code fotografieren und auf dem Bildschirm erschienen zusätzliche Fotos oder Filme.
An Aussichtspunkten das Bergpanorama durch das Smartphone anschauen. Und endlich weiss man, welcher Zacken am Horizont welcher Berg ist.
Bei Skibrillen endlich auf die richtige Abfahrt geleitet werden und rechtzeitig den Einkehrschwung angezeigt bekommen zur nächsten Jausenstation oder einem schönen Panoramapunkt.
Bei Stadtführungen an Sehenswürdigkeiten multimediale Zusatzinformationen bekommen. In Kirchen, archäologischen Stätten oder Museen den eigenen Reiseführer dabei haben, der über Kopfhörer automatisch das Kino im Kopf erzeugt.
Die Liste könnte man fast unendlich fortsetzen, wie viel Potential in dieser Technik steckt.
Zur Zeit liegt es eher an den Medien-Produzenten, dass noch eine gewisse Zurückhaltung herrscht bei Projekten, die diese Technik schon voll einsetzen. Es ist schon ein hoher technischer und finanzieller Aufwand. Und das größte Hemmnis bisher waren oder sind die Roaming-Gebühren. Sobald die weltweit überwunden sind, wird es einen Boom geben für Applikationen, die Internet-basiert die Wirklichkeit erweitern.
Darüber unterhalte ich mich jetzt mit Kristina Honig vom Thinktank Tourismuszukunft.

 

Tourismuszukunft

 

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