Unterwegs mit der Costa Smeralda © Jürgen Drensek

Costa Smeralda Cruise
La dolce vita auf See

Eigentlich haben zwei große Anbieter den deutschen Kreuzfahrt-Markt im Volumen-Sektor fest in der Hand: AIDA und die TUI Mein Schiff-Flotte. Vor der Corona-Pause, als noch alle Schiffe auf den Meeren unterwegs waren, konnten sich die beiden fast die gesamte deutsche Passagier-Torte einverleiben. Für die anderen Reedereien, die auch sehr schöne Schiffe im Angebot haben, blieben im Endeffekt nur Brosamen.

Wie gesagt, wir reden hier nicht vom Luxus-Segment, oder dem Explorer-Nischenmarkt, sondern den Schiffen für das gehobene Niveau, die preislich attraktiv fast jeden ansprechen, der mal Urlaub auf dem Wasser machen möchte.

Moment mal… Gibt es nicht auch andere schöne Töchter derselben Konzern-Mütter, die ein ähnliches Angebot hätten? Aida gehört zu Carnival, Mein Schiff in gewisser Weise zu Royal Caribbean. Und ist ein Schiff heute nicht zwangsläufig ein Schiff, ein Schiff, ein Schiff – wo doch letztendlich alle auf den wenigen Werften zusammengeklöppelt werden, die den Weltmarkt beherrschen – und daher viele Baugruppen nahezu identisch sind?

Vor allem zwei Anbieter, beide aus Italien, sind tatsächlich auf dem deutschen Markt seit Jahren präsent: MSC und Costa. Beide haben einen ähnlichen Zielgruppen-Garten, wie Aida und TUI Mein Schiff. Ihre Dampfer haben eine vergleichbare Größe – und auch das Angebot, die Routen und die Preise sind oft deckungsgleich.

Das italienische Design der Costa Smeralda

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Der große Unterschied: MSC und Costa haben keinen Heimatmarkt, der es ihnen erlauben würde, die Schiffe mehr oder weniger mit einer Nationalität und einer Sprache zu füllen. Aus der Not geboren, ist die Internationalität an Bord ihr Markenzeichen.

Das wiederum ist Chance und Risiko zugleich, wenn man den deutschen Kreuzfahrer im Visier hat. Denn dieser ist im Regelfall kein Weltentdecker mehr, oder ein berenteter Müßiggänger mit viel Zeit für lange Strecken, sondern im Herzen der stinknormale Beachresort-Urlauber, der eben ab und zu den Strand und die Party an Land mit dem Amüsemang auf See eintauscht. 

Die Grundwünsche bleiben für viele dabei gleich: eigentlich möchte man gerne Urlaub „in Deutschland“ machen – nur eben mit Sonne und anderer Kulisse. Zu viel Fremdes ist gar nicht gewünscht. Etwas böse formuliert: der Horizont an Deck ist bei weitem weiter, als der in den Köpfen der meisten Passagiere. 

In der touristischen Analyse: Passagiere, die bereits konditioniert wurden mit dem sehr deutschen AIDA oder Mein-Schiff-Konzept, und dieses auch schätzen, sind in der Regel kaum verführbar, es mal auf einer internationalen Version à la MSC oder Costa zu versuchen. Beide Reedereien fokussieren sich im Marketing daher eher auf Kreuzfahrt-Neulinge und Menschen, die es als beglückend empfinden, im Urlaub Kopf und Herz und Seele für andere Kulturen zu öffnen, die keine Hemmungen haben, auch mal nicht in ihrer Muttersprache eine Unterhaltung zu versuchen, und die einfach darauf neugierig sind, wie Italiener, Franzosen und Spanier ihren Urlaub so verbringen.

Die traumhaften Desserts des Riccardo Bellaera

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Diese Neugierde hatte ich auch – und schiffte mich auf der Costa Smeralda ein. Neben der Costa Toskana ist sie das Flaggschiff der Costa Flotte – mit neuem Design (die italienischen Schiffe bisher waren für den deutschen Geschmack eher ein bisschen Augenkrebs-fördernd Bling-Bling…) und Essenskonzept.  Und da auf meiner gewählten Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer gleichzeitig ein Wettbewerb der besten italienischen Panettone Konditoren veranstaltet wurde, war mein Drehplan klar. Als Fan der italienischen Küche wollte ich die eine Woche vor allem unter kulinarischen Aspekten genießen. Denn Liebe geht ja durch den Magen – ganz unabhängig von der Sprache. Kleiner Spoiler: es wurde eine sehr schöne Woche.

Um die Film-Reportage zu sehen, bitte auf den PLAY Button im Titelbild klicken

https://www.costakreuzfahrten.de

Das „Was mit Reisen“ Film-Equipment

Ich werde von meinen Zuschauern und Followern immer wieder gefragt, mit welchem Equipment ich meine Filmreportagen produziere. Vor allem, weil ich ja in der Regel alleine unterwegs bin, und nicht im TV-typischen großen Team. Gewichts-Reduzierung, leichte Handhabung und trotzdem sehr gute Qualität sind da die Herausforderungen. Ich habe hier einmal ein paar Basics zusammengestellt. Alles Geräte, die ich selbst gekauft habe, und die ich empfehlen kann. Die Links dahinter sind nur als Service für den schnellen Zugriff auf mehr Informationen und die Kaufmöglichkeit gedacht. Ja, wenn Du oder Sie über diesen Link tatsächlich ein Produkt erwerben, bekomme ich eine kleine Provision, die mir hilft, diesen Kanal und diese Reportagen ein bisschen mit zu finanzieren. Dafür schon ein herzliches Danke!

Lumix Panasonic DMC FZ 2000 

Obwohl ich ein absoluter Fan von SONY Kameras bin, ist die Lumix Panasonic DMC FZ 2000 meine erste Empfehlung für Reisefilmer. Sie ist ein Powerhorse mit einem sehr guten Leica Zoom Objektiv von 24-480mm (!!) mit guter Stabilisierung und Autofocus. Quasi eine ganze Ausrüstung in einer Bridge-Kamera. In dieser Kombination einzigartig – und preislich mittlerweile extrem attraktiv https://amzn.to/3iwJ2I8

Sony Alpha ZV E 10

Meine Lieblings-Reisefilm-Kamera von SONY ist mittlerweile die Sony Alpha ZV E 10. Sie ist konsequent auf die Bedürfnisse von Vloggern zugeschnitten. Das bedeutet: viele nützliche Funktionen sind Buttons auf dem Gehäuse schon zugeordnet, sodass man schnell auf Situationen reagieren kann, ohne sich mühselig durch Menüs durchkämpfen zu müssen. Das Sony E-Mount System bietet eine riesige Zahl von Objektiven, auch von Drittanbietern. Ich würde empfehlen, die Kamera mit dem Standard-Zoom-Objektiv und dem beim Filmen sehr bequemen Bluetooth Handgriff zu kaufen. Das ist auch preislich sehr attraktiv. https://amzn.to/36I3zXO

Leichte, günstige Sony Objektive

Noch zwei günstige und sehr leichte (!) Sony Budget-Objektive, um die Einsatzmöglichkeiten der ZV E 10 zu erweitern:

1.) das Makro-Objektiv SONY SEL-30M35 für tolle Nahaufnahmen https://amzn.to/3IDAsSt

2.) das Weitwinkel SONY E 16 mm 2,8 als ganz leichte kleine Pancake-Version https://amzn.to/36mSiMH am besten zusammen mit dem zusätzlichen Ultra Wide Converter Sony VCLECU2 – in dieser Kombi ist man dann bei einem Weitwinkel von 12mm – sehr dynamisch selbst auf engstem Raum und mit einer für Video mehr als ausreichenden Bildqualität https://amzn.to/3NhmfOE

iPhone 13 Pro 

Die beste Kamera unterwegs ist natürlich immer die, die man auf jeden Fall am Körper dabei hat. Absolut ein Schweizer Taschenmesser für alle Lebenslagen mit hervorragender Filmqualität ist da für mich das iPhone 13 Pro – vor allem in Zusammenarbeit mit der App FilmicPro. In der Kompaktheit gepaart mit der Qualität unschlagbar, und durch die drei Objektive auch sehr flexibel für die Bildgestaltung. Außerdem ist man mit einem iPhone extrem unauffällig unterwegs. Das kann in vielen Situationen nützlich sein. Auf jeden Fall mindestens 256GB Speicher einplanen. https://amzn.to/3IuN66l

SONY ZV E 10 

Wer eine vergleichbare Qualität und Kompaktheit schätzt, aber lieber mit einem „richtigen“ Zeiss Objektiv unterwegs sein möchte, für den ist die kleine Schwester der SONY ZV E 10 zu empfehlen: die SONY ZV 1. Kleiner und besser und genauso konsequent auf die speziellen Bedürfnisse eines Filmers und nicht Fotografen zugeschnitten, gibt es meiner Ansicht nach keine Alternative. https://amzn.to/3txH28R

Insta360 One R 

Wer heute Reisefilme dreht, muss den Zuschauer auch durch ungewöhnliche Perspektiven überraschen. Heisst, auch eine Action-Cam sollte in die Tasche und eine 360-Grad-Kamera, deren Filmszenen man hinterher in der Postproduktion sehr beeindruckend framen und animieren kann. Auch hier gibt es derzeit keine vernünftige Alternative zum Modularen System der Insta360 One R (bzw des Nachfolgemodells RS) So hat man in einem Baukasten-Gehäuse beides: Actioncam und 360 Grad Kamera https://amzn.to/37NvCp7

Zhiyun Crane M3
DJI Pocket 2

„Schwebe-Aufnahmen“ bringen einen Kino-Look in den Film und lassen ihn wertiger erscheinen. Wer sich aber scheut, extra dafür einen so genannten Gimbal in die Tasche zu packen – meine erste Wahl wäre hier der sehr kompakte und für Anfänger sehr leicht einstellbare Zhiyun Crane M3 speziell für die beiden SONY Kameras https://amzn.to/3IFBAFy – der ist vielleicht mit der wunderbar kleinen und qualitativ überraschend guten DJI Pocket 2 bedient. Es ist unglaublich, was die Kamera schafft, und wie hochwertig die Aufnahmen hinterher im Videobereich sind. Und für die Kamera ist auch noch ein der kleinsten Kameratasche Platz https://amzn.to/3JyaBgf

DJI Mavic Mini 2

Last but not least: Welcher Reisefilm kommt heute noch ohne Drohnenaufnahmen aus? Auch hier ist die Firma DJI nach wie vor das Maß aller Dinge. Ich besitze mehrere Drohnen, aber immer häufiger nehme ich die kleinste mit auf Reisen: die DJI Mavic Mini 2. Ihr Riesenvorteil: sie wiegt 249 Gramm – und damit genau ein Gramm weniger, bevor man in eine Flugklasse kommt mit vielen Restriktionen. Die Bildqualität ist toll – und für einige Hero-Shots, die man einschneiden möchte, absolut ausreichend. Am besten in der Fly More Combo kaufen. Die Extra-Akkus braucht man auf jeden Fall, und die Tragetasche ist auch sehr nützlich für den Transport. https://amzn.to/3uktsoG

Rode Wireless Go 2 

Und weil Filmen ja nicht nur Bild, sondern auch Ton bedeutet, und schlecht aufgenommene Sprache den Zuschauer mehr irritiert, als mal ein leicht unscharfes oder verwackeltes Bild, hier meine Empfehlung für ein wirklich sehr einfach zu bedienendes Funk-Mikro-System, das alle normalen Einsatzzwecke abdeckt und für guten Ton sorgt: das Rode Wireless Go 2 System mit zwei Sende-Mikrophonen und einem Empfänger, der sich leicht auf den Blitzschuh der Kamera montieren lässt. https://amzn.to/3txJhZW

 

Ich weiss, es ist doch wieder einiges zusammen gekommen. Aber wer professionell Reisefilme produzieren möchte, sollte nicht vergessen, dass früher eine TV-taugliche Kamera inklusive Objektiv leicht 50.000 Euro und mehr verschlungen hat. Mit über 10 Kilo auf der Schulter… Diese Zusammenstellung kostet noch nicht einmal 10 Prozent davon – aber sie gibt dem Filmer maximale Flexibilität bei sehr guter Filmqualität. Und sie lässt sich so packen, dass man sie auch gerade noch so als Handgepäck mit an Bord nehmen kann auf Flugreisen. Ein Riesen-Stressfaktor weniger…

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