Wandern auf Madeira
Naturparadies im Atlantik

Blumenfreunde bekommen ganz feuchte, glückliche Augen, und Botaniker stehen ohnehin kurz vor dem Orgasmus, wenn die Rede ist von Madeira, Portugals Außenposten im Atlantik… Die wild vom Meer umschlungene, steile Insel präsentiert sich als großer Garten Eden. Das Klima ist ganzjährig angenehm, die Passatwinde bringen auf der einen Seite genügend Regen (wobei die großen Brände 2016 schon dramatisch zeigten, wie sehr sich das Klima gerade wandelt), und die andere wird in der Regel durch kunstvoll angelegte Bewässerunskanäle, die so genannten Levadas, feucht gehalten. Man braucht also nur einen Zweig in den Boden zu stecken, um sich bald an einem Busch zu erfreuen.

Gut, Menschen, für die der weite flache Sandstrand, möglichst noch fein pudrig und fast weiss, zur unverzichtbaren Ingredienz für einen perfekten Urlaub gehört, würden auf Madeira nicht sehr glücklich. Die Küste ist fast überall steil, und der schmale Streifen zum Meer wird eher durch Felsen oder Kies markiert. Baden im Meer kann man daher eigentlich nur an speziell angelegten Badeanstalten – öffentlichen oder den Hotels gehörend – wo man Naturbecken anbietet. Oder man fährt morgens mit der Fähre rüber nach Porto Santo, zur Nachbarinsel, die zwar insgesamt eher langweilig ist, aber dafür endlose Sandstrände bereithält.

Wer aber gerne in kalten Gewässern taucht, oder ganz altmodisch Lust hat auf Wandern in der Natur, für den ist Madeira das Paradies. Vor allem für das Wandern ist man hier bestens vorbereitet. Da kommen wieder die Levadas ins Spiel, diese Bewässerungskanäle. Bei ihrem Bau wurden natürlich auch parallel Wartungswege angelegt. Die Levadas sind schließlich offen, und Mutter Natur hat wegen der Jahreszeiten schon die Tendenz, solche Kanäle organisch zu zu müllen. Die Wartungswege sind natürlich ideal für Wanderungen. Es gibt etliche Naturführer mit dutzenden von Vorschlägen – von dem einfachen Naturspaziergang, bis hin zu anspruchsvollen Bergwanderungen – die fast schon zum unverzichtbaren Reisegepäck für Madeira-Besucher zählen. Mehr Spaß macht es natürlich mit geführten Wanderungen. Einmal kann man sich in der Natur schon schnell verlaufen, Beschilderungen sind nicht so üppig, und in der Regel erläuft man sich auch Strecke und Ziel. Rundwege sind selten. Da ist es dann sehr schön, wenn am Ende des Tages der Wagen wieder wartet für die Heimfahrt.

Touristisches Zentrum ist natürlich die Hauptstadt Funchal. Hier und in unmittelbarer Nachbarschaft sind die meisten der Hotels angesiedelt. Die Qualität ist gut. Die Atmosphäre etwas konservativer und adretter als auf den Kanaren. Funchal war früher ein ziemlich verschlafenes Nest, das immer nur stundenweise erwachte, wenn mal wieder Kreuzfahrtschiffe im Hafen lagen und hunderte Senioren das Abenteuer ihres Lebens wagten, die Korbschlittenfahrt von Monte hinunter, bevor man sich mit Stickereien und Körben als Souvenir eindeckte.

Mittlerweile ist Funchal ein wirklich schöner Aufenthaltsort auch für länger. Es gibt eine revitalisierte Altstadt mit vielen offenen Restaurants und Bars, alles ist viel lifestyliger geworden, und selbst der berühmteste Sohn der Insel, Ronaldo, hat jetzt nicht nur den Flughafen seines Namens, sondern auch direkt am Hafen sein Desginhotel. 

Die Briten sind nach wie vor die größte Gästegruppe, sehr knapp gefolgt von den Deutschen, und erst dann kommen die Portugiesen selbst. Für die Einheimischen ist die Insel mit einer der teuersten Flecken des Landes. Daraus folgt aber auch, dass man keine Angst vor Ballermann haben muss auf Madeira. Alles ist etwas distinguierter – auf die Spitze getrieben natürlich im legendären Reid’s Palace mit seinem Afternoon-Tea auf der Terrasse. 

Das mittlerweile zur Belmond Gruppe gehörende Luxushotel hat natürlich seinen Preis. Bei DERTour deluxe für eine Woche ab ca 1.100 Euro pro Person, aber es geht natürlich billiger. Entdecker zahlen etwa 700 Euro für eine einwöchige Rundreise auf der Insel. Flüge gibt es am günstigsten mit der TAP ab Frankfurt für ca. 117 Euro pro Strecke. Von anderen deutschen Flughäfen ca 60 Euro teurer. Vorteil der TAP-Piloten: sie sind es wirklich gewohnt, den nicht unriskanten Anflug auf Funchal zu meisten, der mit einer Steilkurve an den Berghängen eingeleitet wird. Da kann starker Wind die Insel schon mal abschneiden vom Flugverkehr, wie man es ja gerade im Sommer 2017 erlebte, wo tausende Urlauber für einige Tage festsassen auf ihrem Blumenparadies im Atlantik.

„Was mit Reisen“ – TV – Reporter Jürgen Drensek hat die grüne Insel weit im Westen Europas mal für ein verlängertes Wochenende besucht und war ganz begeistert von der Topografie und der Lebensart dieses schon lange nicht mehr Rentner-Paradieses.

 

Um die Film-Reportage anzuschauen, bitte auf den PLAY Button im Bild klicken

 

Dietmar Malcherek von DERTouristik über Madeira

 

 

Wandern auf Madeira
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