Überraschung Basel
Kulturell und kurios

Für viele Urlauber, die mit dem Auto in die Schweiz reisen, ist Basel zwar an der A5 das Tor zur Schweiz, aber in der Regel nur Durchfahrts-Station Richtung Berge. Zu wenig einladend scheint die Pharmazie-Stadt hinter der Grenze. Kein schönes Panorama liegt in Sichtweite der Autobahn; kaum jemand mag sich vorstellen, was für ein städtisches Kleinod mehr als nur eine kurze Pause rechtfertigen würde.

Das ist ein Fehler. Denn Basel lohnt einen Abstecher. Nicht nur wegen seiner schönen Altstadt rund um das Münster, sondern vor allem wegen seiner Museumsdichte, die die höchste der Welt ist.

Nirgendwo sonst kann man auf so engem städtischen Raum so viele Museen und Kunstwerke von absoluter Weltgeltung besichtigen. Die Baseler sind besessene Kunstsammler. Zumindest die wohlhabenden Baseler – von denen es nicht wenige gibt… Es ist gute Tradition der Unternehmen an diesem Ort, Geld in Kulturförderung zu investieren, und manche Sammlung wäre ohne großzügiges Sponsoring von Stiftungen nicht existenzfähig.

Aber auch private Sammler haben Basel in der Kunstszene Weltruhm gebracht. So der durchaus kommerziellem Erfolg nicht abgeneigte Galerist Ernst Beyeler, dessen Picasso-Sammlung allein schon einen Trip zu seiner „Fondation Beyeler“ lohnt.

Der Lieblingskünstler vieler Baseler ist aber scheint Jean Tinguely zu sein. Seine skurrilen Installationen, die unweigerlich schmunzeln lassen und nicht nur Kinder entzücken, weil sie sich drehen, quietschen, rumpeln und tönen, sind nicht nur im Straßenbild zu entdecken – so zum Beispiel der Brunnen vor der Kunsthalle – sondern auch in einem eigenen, äußerst vergnüglichen Museum.

Basel und Kunst und Mäzenatentum – das ist eine Verbindung, die weit über das hinausgeht, was man in einer Stadt von etwa über 180.000 Einwohnern erwarten kann. Kein Wunder, dass die bedeutendste Kunstmesse der Welt, die ART Basel, jedes Jahr die Museumseinkäufer, Sammler und Künstler an den Rhein lockt.

Das zweite Ereignis, das jedes Jahr die Massen anlockt, ist natürlich die berühmte Baseler Fasnacht. Am Montagmorgen um Vier geht es los. Ein rauer Spaß mit heidnischem Ursprung und gar nicht leise.

Basel ist durch seine internationale Lage im Dreiländereck von Frankreich, Deutschland und der Schweiz seit je her offen für kulturelle Einflüsse. Der Flair der Stadt mag für einen flüchtigen Besucher denn auch ziemlich unschweizerisch erscheinen, sondern mehr kosmopolitisch. Aber bei aller grenzüberschreitenden Neugier ist der Baseler im Kern doch sehr egozentriert. Selbst bei den Schweizern gilt er als etwas hochnäsig: das weltgewandte Familienmitglied, das die Bergschweizer Brüder und Schwestern unterschwellig gerne als ein wenig rustikal schmäht… Der Baseler bleibt bei aller Freundlichkeit Fremden gegenüber höflich-reserviert. Aber das sollte einen Touristen ja nicht sonderlich stören.

Aufgebrochen wird der Hang der Baseler zur Klüngelei und Status-Hörigkeit durch die vielen jungen Menschen, die in der Stadt studieren. Das macht sich auch im Nachtleben bemerkbar, das für eine Stadt dieser Größenordnung überraschend ist. Es gibt eine rege kleine Szene von Gastronomen – oft selbst offen für künstlerische Event-Happenings – die im Schatten all der Züricher Kneipen-Avantgarde ein wohltuend unaufgeregtes Restaurant-, und Bar-Angebot entwickelt haben.

 

Der Teufelhof Basel – Hotel

Kunstmuseum Basel

Museum Schaulager

Museum Tinguely

ART Basel 

Baseler Papiermühle

Goetheanum

Restaurant und Lounge Acqua

Bar Rouge

 

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Überraschung Basel
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