Thermal in Ungarn
Heisse Quellen und Schlamm

Etwa 20 Minuten von Ungarns bekanntestem Urlaubsziel, dem Plattensee, liegt ein europäischer Superlativ: Der Hevizsee. Er ist mit 4,44 Hektar der größte Thermalsee des Kontinents und das ganze Jahr über zwischen 26 und 35 °C warm. Seine Thermalquelle hat im Laufe der Jahrtausende die den See umgebende Torfschicht mit Mineralien angereichert. Seit dem Mittelalter wird dieser Schlamm zur Heilung von Gelenkschmerzen verwendet, seit einigen Jahren in der Lotustherme auch für Wellness-Anwendungen benutzt.

Mit dem Auto erreicht man Hévíz ab München über die Autobahn Salzburg-Wien und weiter zum Grenzübergang Klingenbach/Sopron. Von dort über die Städte Sárvár und Sümeg nach Hévíz.

Ungarns Schätze liegen nicht einfach unter der Erde, sie drängen an die Oberfläche: in Form zahlloser Thermalquellen. Viele entspringen mitten in der Hauptstadt Budapest. Einige Zeugen aus der Zeit der türkischen Besetzung des Balkans stehen noch heute über diesen Quellen, darunter das Rudas- und das Királybad. Zu den prächtigen Bauten der jüngeren Vergangenheit zählt das Széchenyi Bad, ein Thermalbad unter freiem Himmel, das den Eindruck macht, als sei es versehentlich in den Hof eines Schlosses gefallen. Weltberühmt ist auch das Gellértbad. Die Eingangshalle erinnert an einen Bahnhof aus der Kaiserzeit. Zwischen den Säulen des Thermalbades fühlt man sich wie auf der Bühne eines Opernhauses und im (leider nur den Männern vorbehaltenen) historischen Dampfbereich wie ein osmanischer Herrscher. Der Dampfbereich der Damen ist im Krieg beschädigt und nicht original rekonstruiert worden.

Der Besucher darf seine Ansprüche an Hygiene und Sauberkeit in den Hallenbädern leider nicht so hoch ansetzten, wie es die beachtlichen Eintrittspreise vermuten lassen könnten. Manche türkischen Bäder sind auch baulich vernachlässigt.

Lotustherme Bad Heviz

 

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Thermal in Ungarn
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